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Made in Germany

Deutschland von A bis Z

| Freizeit

Das Deutschland ABC: Von A wie Adidas über O wie Oktoberfest bis Z wie Zeppelin

A – Adidas 

Die renommierte Sport- und Freizeitmarke Adidas ist das Werk der Deutschen Adolf und Rudolf Dassler. In den 1920er Jahren gründeten die Brüder eine Schuhmanufaktur in Herzogenaurach und fertigten Sportschuhe, die vor allem bei Läufern und Fußballern beliebt wurden. Nach dem 2. Weltkrieg zerstritten sie sich und Adolf, genannt „Adi“, führte fortan Adidas. Der Name setzt sich übrigens aus seinem Spitznamen und einem Kürzel des Nachnamens zusammen. Rudolf gründete mit Puma einen der größten Konkurrenten. Beide feiern noch heute weltweit Erfolge.

B – Beethoven und Bach

Sie sind zwei Meilensteine der Musikgeschichte: die deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827) und Johann Sebastian Bach (1685-1750). Ihre Werke wie die Mondscheinsonate (Beethoven) oder das Weihnachtsoratorium (Bach), sind weltbekannt, noch heute aktuell und bedeutend für alles, was mit Klassik zu tun hat.

C – Chiemsee

Deutschland verfügt über eine wunderschöne und vielseitige Natur – auch wegen der zahlreichen Seen. Der Chiemsee ist einer der größten Seen Bayerns und gilt als Vorzeigebeispiel für die ausgeprägte Seenvielfalt des Landes. Ebenfalls bekannte und beliebte Ausflugsziele sind u.a. der Bodensee, der Starnberger See oder der Große Plöner See, aber auch wenn Zeit und Geld gerade nur für einen kleineren See nahe Eurer Studienstadt reichen: Ein Besuch lohnt sich bestimmt!

D – DDR

Die Deutsche demokratische Republik (DDR) ist wesentlicher Bestandteil der deutschen Geschichte. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Deutschland 1949 in West und Ost unter den Allianzmächten aufgeteilt. Der Osten (DDR) wurde der damaligen UdSSR zugesprochen und war vom wohlhabenderen und von den USA, Frankreich und Großbritannien verwaltetem Teil Deutschlands (BRD) abgeschottet. 1989 fiel dann die Berliner Mauer und Deutschland wurde wiedervereint.

E – Einstein

Der theoretische Physiker Albert Einstein veränderte mit seiner Forschung zur Struktur von Materie, Raum und Zeit sowie zur Gravitation im frühen 20. Jahrhundert das geltende Weltbild. Sein Hauptwerk ist die Relativitätstheorie. Der Nobelpreisträger gilt aber auch als Friedensstifter und Völkerverständiger. Bei der Machtergreifung Hitlers 1933 verließ der überzeugte Pazifist Deutschland und emigrierte in die USA. Nicht nur das berühmteste Foto von ihm, auf dem er den Reportern die Zunge herausstreckt, ist noch heute ein beliebtes Motiv der Popkultur.

F – Fußball

Ob selbst am Ball, vor dem Fernseher oder beim Public Viewing – Deutsche lieben Fußball! Die Bundesliga ist die Fußballliga mit dem weltweit höchsten Zuschauerdurchschnitt und international bekannt. Deutsche Fußballer wie Thomas Müller und Manuel Neuer haben sich spätestens bei der Weltmeisterschaft 2014 international einen Namen gemacht. In Deutschland verbindet Fußball die Masse, ist bei vielen Männern wie Frauen eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Umso härter war der Schlag, als Deutschland 2018 bereits in der Vorrunde der WM ausschied. Nun hoffen alle, bei der nächsten EM wieder an alte Erfolge anknüpfen zu können. 

G – Gebrüder Grimm

Wer sich für Märchen und fantastische Geschichten interessiert, hat sicherlich schon von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm gehört. Die von ihnen vor mehr als 200 Jahren gesammelten Erzählungen, darunter „Aschenputtel“ und „Hänsel und Gretel“, wurden mittlerweile in mehr als 160 Sprachen übersetzt. Damit gelten sie neben der Luther-Bibel als die weitverbreitetsten Werke deutscher Kulturgeschichte und gehören zum UNESCO-Dokumentenerbe. Die Brüder widmeten sich außerdem der Analyse der deutschen Sprache. Sie gelten als die Gründerväter der Germanistik, der Wissenschaft deutscher Sprache und Literatur.

H – Helau und Alaaf

So hallt es durch die Straßen, wenn eins der Lieblingsfeste Deutschlands stattfindet: Karneval. Zur Karnevalszeit (meist Februar/März) werden die Deutschen zu wahren Partytieren und feiern was das Zeug hält. Viele sind selbst in Karnevalsvereinen tätig, tanzen in Garden und anderen Gruppen. Andere besuchen im Kostüm die zahlreichen Festzüge und Feiern. Der wohl bekannteste Karnevalszug findet in Köln statt, aber auch Düsseldorf und Mainz sind beliebte Ziele. Abwechslungsreich verkleidet wird hier Bier getrunken, Süßigkeiten in die Menge geworfen, tagelang gefeiert und „Kölle Alaaf“ (in Köln) oder „Helau“ (Düsseldorf und Mainz) gerufen.

I – Innovation

Forschung und Innovation nehmen in Deutschland einen hohen Stellenwert ein. Beim internationalen Innovations-Index 2018 kommt Deutschland auf Platz 7, 2017 war es sogar Platz 3. Auch abgesehen von der Statistik gibt es im Ausland häufig Lob und Anerkennung für die deutsche Forschung. Insbesondere in Bereichen wie Kraftfahrzeugbau, Computer/Elektronik und Maschinenbau ist Deutschland als Vorreiter bekannt.

J – Jugendherberge

Jugendherbergen, die Vorgänger der heutigen (Jugend-)Hostels, gehen auf einen deutschen Lehrer zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte dieser die Idee, eine preiswerte Unterkunft für junge Menschen, Jugendgruppen und Schulklassen zu schaffen, die das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Eine der ersten Jugendherbergen gab es auf der stadteigenen Burg seiner Heimatstadt Altena (Nordrhein-Westfalen) und existiert bis heute. Das Konzept fand schnell Anklang im Ausland und wurde als „Youth Hostel“ in aller Welt umgesetzt. Die klassischen Jugendherbergen verfügen über Schlafsäle mit Mehrfachbetten und Gemeinschaftsräumen sowie einem Speisesaal oder Ähnlichem und sind eine preiswerte Alternative zu normalen Hostels oder Hotels.

K – Kirmes

Jede kleine bis größere Stadt Deutschlands veranstaltet ein oder mehrere Male jährlich eine Kirmes, ein Volksfest, auf dem man Fahrgeschäfte wie Achterbahnen besucht oder sich bei Essens- und Trinkständen mit Freunden leckere Köstlichkeiten genehmigt. Eine Kirmes dauert meist mehrere Tage, selten auch Wochen und ist für Familien wie Jugendliche eine gleichermaßen beliebte Freizeitbeschäftigung. 

L – Luther

Martin Luther ist verantwortlich für die Reformation und die damit einhergehende Spaltung in das katholische und evangelische Christentum. Er schrieb die berühmten 95 Thesen, die unter anderem den Ablasshandel kritisieren, übersetzte die Bibel ins Deutsche, damit jeder Deutsche sie verstehen konnte und rebellierte gegen das damalige Bild Gottes als strafend und mitleidslos. Diese Handlungen erforderten vor über 500 Jahren, in einer Zeit, in der die Macht der katholischen Kirche in Deutschland unbestreitbar enorm und kaum vergleichbar war, besonderen Mut. 

M – Merkel

Angela Merkel ist seit mittlerweile fast 14 Jahren deutsche Bundeskanzlerin. Als Politikerin ist sie natürlich umstritten. Während Einige ihre Entscheidungen, wie die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge 2015, als vorbildliche Taten im Dienst der Humanität und eines vereinten Europas feiern, kritisieren Andere diese als verantwortungslos, naiv und kurzsichtig. Unabhängig von individuellen politischen Ansichten, ist sie jedoch nicht nur die erste Frau, die jemals Kanzlerin war, sondern zählt auch zu denjenigen, die am längsten im deutschen Kanzleramt verweil(t)en. 

N – Neuschwanstein

Das im bayrischen Allgäu liegende Neuschwanstein ist eines der berühmtesten Schlösser überhaupt. 1869 wurde es anhand seiner idealisierten Vorstellung einer mittelalterlichen Ritterburg für den bayrischen König Ludwig II. erbaut. Mittlerweile diente die königliche Anlage sowohl Andy Warhol als auch Disney (für verschiedene Prinzessinnenschlösser im Disneyland Kalifornien und Paris) als Vorlage. Das als klassisches Märchenschloss und Abbild der Romantik-Epoche bekannte Gebäude ist nur eines von zahlreichen Burgen und Schlössern, die Deutschland schmücken. Neuschwanstein ist fast ganzjährig für Besucher geöffnet und im staatlichen Besitz.

O – Oktoberfest

Das Oktoberfest – oder d’Wiesn, wie die Bayern sagen – ist das größte Volksfest der Welt und Inbegriff der im Ausland herrschenden Klischees über Deutsche: Menschen in Dirndln und Lederhosen, die Unmengen Bier trinken und Sauerkraut essen. Bei der seit 1810 auf der Theresienwiese in München stattfindenden Kirmes sind vor allem die Festzelte, in denen zwei Wochen lang (ca. Ende September - Anfang Oktober) traditionelle bayrische Spezialitäten und das zu diesem Anlass gebraute, höherprozentige Oktoberfestbier serviert werden, beliebt. Ableger gibt es nicht nur in unzähligen deutschen Städten, sondern auch weltweit. Dennoch repräsentiert dieses Fest vor allem bayrische Traditionen und Bräuche – eine Gleichsetzung mit ganz Deutschland wird bei vielen Nicht-Bayern also eher ungern gesehen.

P – Pünktlichkeit

Wo wir gerade bei Klischees sind: Deutsche sind immer pünktlich, oder? Tatsächlich gibt es auch hierzulande einige notorisch zu spät Kommende, aber gerade bei offiziellen Terminen wie Bewerbungsgesprächen, Besprechungen oder auch Abfahrten für Ausflüge werden vereinbarte Zeiten hier sehr ernst genommen. Bei so etwas zu spät zu kommen, kann bedeuten, dass man keine Chance mehr bekommt, sich vorzustellen oder am jeweiligen Termin oder Ausflug teilzunehmen. Nur die deutsche Bahn scheint das noch nicht so ganz mitbekommen zu haben J

Q – Qualität

Die Deutschen sind sehr stolz auf die Qualität beispielsweise ihrer (Aus-)Bildung, Produktionen und Forschung. Für seinen hohen Standard auf diversen Ebenen wird Deutschland aber auch in vielen anderen Ländern geschätzt. Deshalb hat auch das Kennzeichen „made in Germany“ (in Deutschland hergestellt) für Viele einen hohen Stellenwert. Das heißt natürlich nicht, dass alles, was aus Deutschland stammt höchstqualitativ ist. Es handelt sich mehr um einen allgemeinen Anspruch, diesen Erwartungen entsprechen zu wollen.

R – Rad fahren

Das Fahrrad wird ein immer wichtigeres Fortbewegungsmittel. Immer mehr nutzen das Rad regelmäßig und gerade unter Studierenden ist es sehr beliebt. Städte wie Münster, aber auch Hamburg oder Bremen gelten bereits als „Fahrradstädte“. Münster belegt mit 38% in einem europaweiten Ranking sogar Platz 3, was den Anteil von Fahrrädern am gesamten Verkehr angeht. Dennoch hinken viele Großstädte mit dem Ausbau der Radwege hinterher, vor allem im Vergleich mit unserem Nachbarland, der Fahrradkoryphäe Niederlande.

S – Städte

Deutschland ist ein Land mit vielen verschiedenen und interessanten Städten. Neben der gigantischen Business-Metropole Frankfurt (a.M.) mit glänzender Hochhauslandschaft, gibt es auch historisch geprägte, atmosphärische Städte wie München oder Hamburg oder das eigenwillige, diverse Köln. Die Großstadt schlechthin ist natürlich Berlin – modern, individuell, kreative Kulturstadt und daher besonders beliebt bei jungen Leuten. Neben diesen bekannten Klassikern gibt es aber auch zahlreiche kleinere Städte, deren Besuch lohnt: Das idyllische Rostock an der Ostsee, das Industriekultur-Mekka Dortmund, das historische Trier, das verwinkelte Bremen, das abwechslungsreiche Leipzig und und und.

T – Toleranz

Natürlich gibt es auch hierzulande jede Menge intolerante Menschen, Ansichten und so weiter. Dennoch: Diskriminierung ist gesetzlich verboten. Alle Menschen müssen gleichbehandelt werden, egal welchem Geschlecht, welcher Religion, sozialen Schicht oder politischen Gruppierung sie angehören, egal wie sie aussehen, egal wen sie lieben. Immerhin ist die deutsche Gesellschaft sehr divers, fast 20% haben einen Migrationshintergrund, die gleichgeschlechtliche Ehe ist seit 2017 gleichwertig und zahlreiche Einrichtungen und Vereine setzen sich gegen Diskriminierung ein.

U – Universität

Ein Studium in Deutschland ist international hoch anerkannt. Regelmäßig schaffen es deutsche Unis wie die Ludwig-Maximilians-Universität München oder die Universität Heidelberg in internationalen Rankings auf Spitzenplätze. Dazu kommt, dass an staatlichen Unis keine Studiengebühren erhoben werden, sondern lediglich ein geringer Semesterbeitrag, von dem beispielsweise auch ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr finanziert wird. Insgesamt gilt ein Studium in Deutschland gleichzeitig als hochwertig und angenehm für Studierende.

V – VW

Mit Marken wie VW (Volkswagen), BMW (Bayerische Motoren Werke) oder Audi hat sich Deutschland im Laufe der Jahrzehnte weltweit einen guten Ruf in der Automobilbranche erarbeitet. Auch nach dem Dieselskandal, der das Ansehen von vor allem VW erheblich schmälerte, sind deutsche Autos auch international noch überaus beliebt. Die Automobilindustrie ist außerdem einer der wichtigsten und größten Bestandteile der deutschen Wirtschaft.

W – Wanderlust

Der Begriff „Wanderlust“ bezeichnet eigentlich – wer hätte es gedacht – die Lust am Wandern, den inneren Antrieb, die Welt zu Fuß zu erkunden. In der ursprünglichen Form wurde er von Schriftstellern der Romantik-Epoche wie Joseph von Eichendorff geprägt und immer wieder in Dichtungen und Liedtexten aufgegriffen. Heutzutage wird der Ausdruck weniger mit dem Fußmarsch als dem Bereisen der Welt allgemein gleichgesetzt und ist im Englischen, besonders in der Reisebloggerszene, ein beliebter Begriff, um Fernweh einer- und Reisefreude andererseits auszudrücken.

X – Xanten

Zugegeben, die Herleitung ist etwas holprig, aber dennoch: Xanten ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen und bekannt als vermeintlicher Geburtsort Siegfrieds, eines Helden des Nibelungenlieds. In diesem im germanischen wie skandinavischen Raum berühmten Heldenmythos ist Siegfried ein übernatürlich starker Held, der einen Drachen tötete und durch das Einreiben mit dessen Blut unverwundbar wurde – bis auf eine für ihn nicht zu erreichende Stelle. Die Sage diente als Vorlage zahlreicher künstlerischer Adaptionen, wie den Opernzyklus „Der Ring der Nibelungen“ vom berühmt wie umstrittenen deutschen Komponisten Richard Wagner.

Y – Y-Kennzeichen der Bundeswehr

Deutsche Autokennzeichen zeigen durch ihr ein bis drei Buchstaben langes Kürzel links an, woher sie stammen (z.B. „B“ = Berlin, „HH“ = Hamburg). Fahrzeuge von Landesbehörden tragen das Kürzel des jeweiligen Bundeslandes (z.B. „NRW“ für Nordrhein-Westfalen). Ein Y findet man nur an Bundeswehrfahrzeugen. Diese sind die einzigen, bei denen sich über das Kennzeichen nicht zumindest grob nachvollziehen lässt, woher es stammt. Außerdem reflektieren sie anders als normale Nummernschilder nicht im Dunkeln und tragen keine EU-, sondern eine Deutschlandflagge. Als einzige Fahrzeuge sind sie nicht verpflichtet, sich regelmäßig von zentralen Prüfstellen auf ihre Straßentauglichkeit testen zu lassen.

Z – Zeppelin

Das erste Luftschiff wurde 1900 von dessen Namensgeber, dem Deutschen Ferdinand Graf von Zeppelin, erfunden. Diese, damals revolutionäre Entdeckung eroberte schnell den Himmel und wurde auch im Krieg eingesetzt. Dem Erfolg gingen jedoch jahrelange Arbeit, während der sich niemand für die Idee des Grafen interessierte, zuvor. Davon unbeirrt steckte er all seine finanziellen Mittel und Zeit in die Verwirklichung seines Traums. Die anschließende Ära der Zeppeline fand jedoch ein jähes Ende, als 1937 die Hindenburg bei der Landung in New York Feuer fing und 36 Menschen in den Tod riss. Dennoch gilt die Erfindung des Luftschiffes als eine der bedeutsamsten des 20. Jahrhunderts.