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Freunde trinken Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt

Die 11 schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands

| Freizeit

Alles, was ihr zum Thema Weihnachtsmärkte wissen müsst und elf besondere Empfehlungen

Weihnachtsmärkte zählen wohl zu den weltweit bekanntesten deutschen Traditionen. Mittlerweile findet man sie zwar auch auf der ganzen Welt, dennoch solltet ihr es euch nicht nehmen lassen, ein paar der „Originale“ zu besuchen. Möglichkeiten dazu habt ihr zahlreiche, immerhin finden sie sich zur Adventszeit in fast jedem größeren deutschen Ort. In ganz Deutschland gibt es gut 2.500. Klassischerweise öffnen die Märkte kurz nach Totensonntag, einem stillen Trauertag, der am Sonntag vor dem 1. Advent stattfindet. 2018 ist das der 25. November. Seit einigen Jahren gibt es aber auch Adventsmärkte, die ihr Geschäft bereits früher aufnehmen. Geöffnet bleiben sie dann meist bis zu den Weihnachtsfeiertagen, vereinzelt aber auch bis Silvester oder dem Tag der heiligen drei Könige am 6. Januar. Kleinere und Themen-Weihnachtsmärkte finden manchmal auch nur ein Wochenende lang statt. Häufig sind es gerade die unbekannten Weihnachtsmärkte in kleinen Orten, die besonders liebevoll aufgebaut und dadurch reizvoll und gemütlich sind. Dazu solltet ihr einfach die Augen und Ohren offenhalten, wo in eurer Nähe solche Geheimtipps zu finden sind. Es gibt aber auch ein paar Weihnachtsmärkte, die in ganz Deutschland bekannt sind und von denen wir eine kleine Auswahl vorstellen möchten. Die Reihenfolge ist dabei keine Wertung, da jeder für sich entscheiden muss, welche Art von Weihnachtsmarkt er/sie bevorzugt.

Geschichte und Entstehung

Ihren Ursprung haben die Weihnachtsmärkte im späten Mittelalter. Hier gab es bereits kleine Märkte und Verkaufsmessen, bei denen sich die Bevölkerung mit ausreichend Kleidung und Lebensmitteln für die kalte Jahreszeit versorgen konnten. Im 14. Jahrhundert kamen dann Stände von Handwerkern wie Spielzeugmachern, deren Produkte als Geschenke für die Kinder angeboten wurden, hinzu. Ungefähr zeitgleich kamen auch die ersten kulinarischen Verkaufsstellen, beispielsweise Zuckerbäcker oder Stände mit gerösteten Nüssen und Maronen, wie wir sie auch heute noch kennen, auf die Märkte. Dieser Brauch breitete sich im gesamten deutschen Sprachraum aus. Ungefähr ab der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählen die Weihnachtsmärkte zu den festen Bestandteilen der deutschen Vorweihnachtstraditionen. Je nach Region werden sie häufig auch Advents- oder Christkindlmarkt genannt.

Klassiker des Weihnachtsmarkts

 

Ein Weihnachtsmarkt besteht üblicherweise aus vielen kleinen Hütten oder Ständen, die verschiedene Produkte anbieten. Häufig gehören dazu Kunsthandwerksstände und Buden mit typischer Weihnachtsdekoration, wie Baumschmuck und Weihnachtskrippen, aber auch solche, die gut zum Verschenken geeignete Kleidung, Kerzen und Schmuck anbieten. In vielen Städten gibt es dazu außerdem ein kulturelles Rahmenprogramm, das beispielsweise aus Streichelzoos mit typischen Krippentieren wie Eseln und Schafen oder Auftritten von Orchestern und Chören bestehen kann. Die Umgebung, in der der Markt stattfindet, ist häufig üppig mit Lichterketten, Weihnachtsschmuck und Tannenbäumen verziert, sodass man sich als Besuchender wie im Winterwunderland fühlen kann. Für viele bilden aber gerade die Buden, die Essen und Trinken anbieten, den eigentlichen Höhepunkt der Tradition. Für Liebhaber der herzhaften Küche gibt es hier vor allem Pilzpfannen, Bratwurst und gefülltes Handbrot, aber auch Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Rübenkraut. Zu den süßen Leckereien, die auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen dürfen, gehören neben den traditionellen gebrannten Mandeln und gerösteten Maronen vor allem Lebkuchen, Mutzen, Crêpes, kandierte Äpfel und mit Schokolade überzogene Früchte. Dazu gibt es den obligatorischen Glühwein. Das Heißgetränk mit weihnachtlichen Gewürzen und Früchten wird normalerweise aus Rotwein gemacht, häufig gibt es aber auch eine weiße Variante. Wer den Wein nicht mag, kann die Feuerzangenbowle, Kakao mit oder ohne Schuss oder Apfelpunsch probieren. Natürlich gibt es aber genauso kalte Getränke wie Limonaden oder Bier.

Die 11 schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands

1. Dresdener Striezelmarkt (Sachsen)

Schon seit 1434 lockt der Striezelmarkt zahlreiche Besucher zum Altmarkt in die Innenstadt Dresdens. Da ein Großteil der Händler aus dem Bundesland Sachsen stammt, werden hier fast ausschließlich authentische Produkte angeboten. Ein besonderer Höhepunkt ist das Stollenfest am 8. Dezember, an dem das Traditionsgebäck mit einem Riesenstollen gefeiert wird. Der Markt ist vom 28. November bis zum 24. Dezember geöffnet.

2. Christkindlesmarkt Nürnberg (Bayern)

Mitten in der Nürnberger Altstadt liegt der wohl bekannteste Weihnachtsmarkt Deutschlands, der bereits seit dem 17. Jahrhundert existiert. Eröffnet wird der Traditionsmarkt am Freitag, dem 30. November mit dem Prolog des Christkindes. Bis Heilig Abend kann man hier die berühmten „Zwetschgenmännle“, Drahtfiguren aus unter anderem getrockneten Pflaumen, bewundern und erstehen.

3. Weihnachtsmarkt & Weihnachtswald Goslar (Niedersachsen)

Nicht zuletzt durch die Erklärung zum UNESCO-Weltkulturerbe wurde die beeindruckende Schönheit der Altstadt von Goslar offiziell bestätigt. In dieser malerischen Kulisse finden sich vom 28. November bis zum 30. Dezember um die 80 Marktstände umgeben von einem märchenhaften Wald aus Nadelbäumen.

4. Erfurter Weihnachtsmarkt (Thüringen)

Mitten im mittelalterlichen Stadtkern von Erfurt findet sich neben den üblichen Ständen auch eine Krippe mit 14 handgeschnitzten und fast lebensgroßen Holzfiguren. Ein weiteres Highlight ist die zwölf Meter hohe original Erzgebirgische Weihnachtspyramide. Auf dem Domplatz findet sich außerdem ein Märchenwald und Streichelzoo. Geöffnet ist der Weihnachtsmarkt vom 27. November bis zum 22. Dezember.

5. Ulmer Weihnachtsmarkt (Baden-Württemberg)

Auch auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt findet sich ein Märchenwald und eine Krippe mit lebenden Eseln und Schafen. Perfekt gelegen am Ulmer Münster, dem höchsten Kirchturm der Welt, bietet der Markt außerdem eine Märchenjurte, in der vom 27. November bis zum 22. Dezember täglich Geschichten und Märchen erzählt werden. 

6. Dortmunder Weihnachtsmarkt (Nordrhein-Westfalen)

Auch wenn das Ruhrgebiet nicht gerade für seine Schönheit bekannt ist, zählt der Dortmunder Weihnachtsmarkt zu den populärsten und größten Weihnachtsmärkten des Landes. Neben den über 300 Ständen, ist es vor allem der weltweit größte Weihnachtsbaum, der die Besucher lockt: 45 Meter hoch und mit 48.000 Lichtern dekoriert ist der Hingucker vom 22. November bis zum 30. Dezember zu sehen.

7. Frankfurter Weihnachtsmarkt rund um den Römer (Hessen)

Vom 26. November bis zum 22. Dezember öffnet in Frankfurt einer der ältesten und meistbesuchten Weihnachtsmärkte Deutschlands, der seit mindestens 1393 existiert und zwischen Römerberg und Paulsplatz liegt. Als regionale Spezialität werden hier „Quetschemännsche“, kleine Figuren aus Nüssen, Backpflaumen und Rosinen, sowie „Bethmännchen“, kleine Gebäckkugeln aus Marzipanteig, angeboten.

8. Historischer Weihnachtsmarkt Hamburg (Hamburg)

Unter dem Motto „Kunst statt Kommerz“ findet auf dem Hamburger Rathausplatz vom 26. November bis zum 23. Dezember der historische Weihnachtsmarkt statt. Neben den hochwertigen Angeboten der Stände und der Spielzeuggasse, ist es vor allem der dreimal täglich mitsamt Schlitten über den Platz schwebende Weihnachtsmann, der diesen Markt besonders macht.

9. Internationaler Weihnachtsmarkt Essen (Nordrhein-Westfalen)

Wer es lieber vielfältig und bunt als klassisch-traditionell mag, ist auf dem internationalen Weihnachtsmarkt in Essen goldrichtig! Im gesamten Stadtzentrum finden sich an über 250 Ständen Artikel aus 20 Ländern und ganz Deutschland. Hier gibt es vom 16. November bis zum 23. Dezember Bernsteinschmuck aus dem Baltikum neben Kunsthandwerk aus Afrika und arabische Falafel neben peruanischer Kartoffel.

10. Weihnachtsmarkt Lübeck (Schleswig-Holstein)

In der Stadt des Marzipans gelegen, ist der Lübecker Weihnachtsmarkt wohl die beste Anlaufstelle für alle Liebhaber der süßen Leckerei: Statt Glühwein gibt es hier Marzipan-Cappuccinos, statt eines kandierten Apfels mit Marzipan gefüllte Bratäpfel. Außerdem kann man sich die Herstellung der Spezialität in der Traditions-Konditorei Niederegger anschauen. Der Markt ist vom 26. November bis zum 30. Dezember geöffnet.

11. Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt (Bayern)

Vom 27. November bis zum 21. Dezember werden in Esslingen am Neckar die Uhren zurückgedreht: Ganz dem Mittelalter entsprechend schicken unter anderem Gaukler, Feuerschlucker und Musikanten die Stadt auf eine Zeitreise. Hier kann man im Zuber baden, Bogenschießen üben, Handwerkskunst aus längst vergangenen Zeiten erstehen, sich an Glühbier oder Hirschgulasch versuchen – kurzum, sich mit idyllischer Leichtigkeit ins 15. Jahrhundert zurückversetzen lassen.

 

Wie oben gezeigt, gibt es bei Weihnachtsmärkten zwar viele Gemeinsamkeiten und Traditionen, aber auch große Unterscheide. Ganz egal für welchen Markt ihr euch entscheidet, ob ihr lieber quer durch Land fahrt, um möglichst viele zu besuchen oder eher gemütlich den Weihnachtsmarkt eures Wohnorts erkundet, wir hoffen, dass ihr eine Menge Spaß habt bei der Erkundung dieser deutschen Tradition! Abschließend lässt sich noch sagen, dass es immer am meisten Freude macht, den Weihnachtsmarkt mit guten Freunde zu entdecken und sich nicht von den häufig großen Menschengruppen stressen zu lassen. Auch wenn es mal chaotisch zugeht und das Warten an der Glühweinbude etwas länger dauert als erhofft, ein Besuch auf einem der vielen deutschen Weihnachtsmärkte ist es wert.